Über die Energiestadt Arlese wollte ich schon lange etwas schreiben. Jetzt, in der Energieaufwändigsten Jahreszeit, scheint die Zeit gekommen. Die Energiestadt-Veloständer wollen wir gar nicht erst erwähnen. Viel eher die isländische Marotte, die einem wohlbekannten Herrn in einer Neubauvilla am Rebberg bewilligt wurde. Die bodengeheizte Strasse. Ist das energiestadttauglich? Es ist sicher geil, weil der erfolgreiche Detailhändler damit das Mikroklima auf seinem Grundstück verbessern kann (Klimaerwärmung, mehr Niederschlag für seine Pflanzen, etc). Seine Idee ist gar nicht so schlecht, auch wenn der an dieser Stelle wohlwollend erwähnte Informant timstruppi dahinter eher auf Energiesparmodus geschaltete Kommissionshirne vermutet. Schliesslich verfügt Arlese nur über einen eingeschränkten Winderdienst und es ist bemüssigend, dass die tapferen Werkhofmitarbeitenden immer zuerst den Bonzenhügel mit seinen steilen Gassen freisalzen müssen. Der Herr mit der isländischen Marotte hat sich eigentlich einen Orden verdient. Seine Eigeninitiative soll hier als leuchtendes Beispiel für alle anderen – mit steilen Zufahrten gesegneten – Hauseigentümer Arlesheims geadelt werden! Auch wenn es nicht gerade energieeffizient ist. Aber die Dörroffensive des Gemeinderats war das noch viel weniger und hier erbringt der Energiesünder wenigstens einen Mehrwert für die Allgemeinheit.

Selten gut, selten so gelacht. Hier die kuriose Polizeimeldung zum mitlachen:

Frau fährt mit dem Auto betrunken zum Polizeiposten

Am Mittwoch, 3. Februar 2010, um 15.30 Uhr, erschien zwecks einer Abklärung auf dem Polizeiposten in Arlesheim BL eine 47-jährige Frau. Weil der Polizist Alkoholgeruch feststellte, fragte er die Frau, wie sie zum Polizeiposten gekommen sei? Darauf antwortete die Frau: “Mit dem Auto”. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,57 Promille, worauf die Frau ihren Fahrausweis gleich abgeben und den Heimweg zu Fuss antreten konnte.

Die Schranke ist ein Medienhype geworden. Zuerst das WoBla, dann vergangenen Mittwoch die BZ und nun heute die BaZ. Alle haben die gleiche Geschichte geschrieben. Beinahetragödie verhinderbar, Schranke muss her, CVP will sie schon lange, die anderen sind die Bösen (arg verkürzt, schon klar). Warum schreiben sich alle ab und tun so, als wären sie die ersten, was im Falle des WoBla tatsächlich so war? Die unglaublich banale Auflösung: Die CVP verschickt ein Medienbulletin nach Erscheinen des ersten Artikels, was dem nächsten Medium erlaubt die Geschichte aufzukochen, ohne dabei das zuerst gewesene Medium zu erwähnen. Eine Woche später verschickt das nervös gewordene Tiefbauamt eine Medienmitteilung, worin sie stolz verkünden, dass die Schranke Baselstrasse/Birseckstrasse jetzt beim Bundesamt für Verkehr gelandet ist, soundsoviel früher als das bei normal priorisierten Projekten der Fall ist. Die BaZ springt jetzt auch auf den Zug auf und hilft gleichzeitig der Verkehrskommission und dem Tiefbauamt ihr Gewissen rein zu waschen.

Wow! Drei Mal die gleiche Story innert acht Tage. Besser hätte es selbst Manfred nicht hingekriegt für die CVP.

Per 1. August 2010 soll die Änderung der Sekundarschulstandorte in Kraft treten, heisst es im Papier “Grundsatzbeschlüsse zur Festlegung der Sekundarschulkreise und der Sekundarschulstandorte“. Das würde doch bedeuten, dass mit diesem Datum die bisherige Schulleitung der Sek.-Arlesheim nichtig wird, genauso der Schulrat, weil ja die Leitung der an zwei Standorten geführten Sekundarschule Münchenstein/Arlesheim den Münchensteiner obliegt. “Jede Sekundarschule wird durch eine Schulleitung geleitet und je ein Schulrat nimmt die Aufsichtspflicht wahr.”, heisst es darin. Ist das jetzt eine Schulratsersatzwahl mit der Halbwertszeit von einem halben Jahr, bis alles wieder auf den Kopf gestellt wird?

Vielleicht blicke ich da einfach nicht durch, aber  diese Fragen muss man sich nach Durchsicht der Landratsvorlage schon stellen. Aufklärung willkommen.

Da wird ja munter gezankt und um guten Geschmack gestritten an der bürgerlichen Front. Steht gar die bürgerliche Zusammenarbeit auf dem Spiel? Zuerst kassiert Daniela Meury Kritik vom CVP-Vize Kritik, dem nun seinerseits unterstellt wird eine Beinahetragödie auszuschlachten. Wenn das mal nicht schief geht. Schliesslich ist die Breitenwirkung von Blogs in diesem Dorf heutzutage durchaus gegeben. Die Symptome deuten darauf hin, dass die aus dem Dornröschenschlaf erwachte CVP nicht mehr gewillt ist, immer nur den Erfüllungsgehilfen der FDP zu spielen. Die CVP scheint die Spielwiese der Politik wieder für sich entdeckt zu haben. Der ambitionierte CVP-Vize macht auch nicht den Eindruck sich als Juniorpartner der Freisinnigen zufrieden geben zu können. Das lässt sein Selbstbild nicht zu, das mindestens so sehr um Publizität besorgt ist, wie mein geschätzter Nachbar.

Lange Zeit überliess man den Christdemokraten ja kampflos das Feld der Alterspolitik, wo sich nach wie vor ein grosser Teil ihres Klientels vorfindet. Das ist aber eine erodierende Basis. Jetzt rücken Kinder und junge Familien in den Fokus. Jetzt wird wieder mit Werten um deren Stimmen gefeilscht.

Frischluft, FDP, SP? Alle Schnee von gestern, jetzt sind die Christdemokraten am Zug! Die Frontgeschichte des gestrigen Wochenblatts war erst der Auftakt. Sichere Schulwege, als integraler Bestandteil einer ganzheitlichen Familienpolitik, sind das neue Kernanliegen der Tse-Vau-Pe. Das ist jetzt Chefsache. Am 6. Februar lädt Frank D. Braun alle bisherigen und bekehrungsempfänglichen Wähler zur Begehung der gemeingefährlichen Dreiviertelkreuzung Baselstrasse/Birseckstrasse ein. Am unfallgeplagten Ort des Geschehens (Blech und Blut gleich zwei Mal innert einer Woche!), wird der Öffentlichkeit eindringlich vor Augen geführt, das jetzt die Zeit zum Handeln gekommen ist (lässt sich auch übersetzen in: CVP wählen).  Die Schranke ist ja bereits in Arbeit (Brauns Verdienst), jetzt fehlt noch ein Poller, der Fussgänger (Kinder!) vor entfesselten Autos retten soll.

Das tönt jetzt so abgedroschen inszeniert, was es aber gar nicht ist. Politik ist Inszenierung, das ist eine Kunst. Wie will man Themen besetzen ohne damit Schlagzeilen zu machen? Eben. Zudem hat er sogar Recht mit seinen Forderungen. Spätestens nach dem ersten überfahrenen Kind an genannter Stelle, werden ihm alle beipflichten. Der Verkehrskommission und deren überstellter Gemeinderätin bleibt jetzt nur noch eines übrig, um ihr Gesicht wahren zu können. (Eine Breitseite haben sie schon im WoBla kassiert) Sie müssen sich hinter Braun stellen und beim Kanton Druck aufsetzen, bis der Poller steht. Leider können die geforderten Gremien davon nicht in Form von Wählerstimmen profitieren, das kann nur Dr. Braun und seine CVP (was macht eigentlich Stephi Kink?). Auch wenn kein Poller gebaut wird, dann aber erst recht.

Der rhetorisch begabte Dr. Braun mag übrigens das Wort Boulevard nicht. Nennen wir es darum einfach Politik. Übrigens hat die CVP ihren Slogan verbannt. Sie ist nicht mehr “Creativ-Visionäre-Partei”.

Bitte erleben Sie morgen: Das Comeback der CVP. Chefstratege Frank Braun weiss sich gut in Szene zu setzen, mit ihm muss man bei den nächsten Wahlen rechnen. Vor allem, weil er voll in den Schulratswahlkampf eingreift und den Kandidaten geschickt ein Thema abluchst, dass sie dann ab morgen von ihrer Wahlkampfagenda streichen können. Der Mann scheut sich nicht ein bisschen Boulevard zu machen. Mehr dazu morgen im besten aller…

Ich erlaube mir kurz einen Blick nach Muttenz zu werfen. Das tut mir auch wahnsinnig leid, aber heute muss es sein. Die bauen dort ja tatsächlich ein Public-Viewing für die WM in Südafrika auf das Schänzli! Ernsthaft! 2′500 Plätze, Festzelte, Catering und der ganze Schrott. “9. Stadion???” So ein Projekt müsste heute als Versicherungsbetrug klassifiziert werden, weil ein Konkurs so sicher ist, wie das Amen in der Kirche. Basel-United hat ja genug Geld, RC Electronics aber nicht. Für einen von zwei Partnern wird es eng werden. Und wenn die Muttenzer von echten Schildbürgern regiert werden, haben die Schildbürger denen auch eine Defizitgarantie ausgestellt, oder zumindest eine Kostenbeiteiligung zugesagt. Die Fortsetzung dieser Geschichte garantiert gute Unterhaltungt.

Heute ist ein grosser Tag für den Gemeinderat. Die Sekundarschule wird im Dorf bleiben. Die BKSK (Bildungs-, Kultur- und Sportkommission) hat sich ausdrücklich dafür stark gemacht, dass Arlesheim nicht nur vorläufig,  sondern gar für immer, Sekundarschulstandort bleibt. Münchenstein und Arlesheim sollen aber eine gemeinsame Schulleitung erhalten. Soweit das BaZ nachbeten. Jetzt wird zum Faktischen, was vor anderthalb Jahren noch niemand so recht hätte glauben wollen. Die Arleser setzen sich durch gegen den Kanton. Kein leichtes, ausser man lässt sich wirklich gut beraten. Das haben Kalle und Co. in Anspruch genommen. Dank dieses Mandats haben sie auch den Gemeindeversammlungsbeschluss zur Sanierung der Bildungsruine GII durchboxen können (dank einer (!) Stimme). Eine teure und umstrittene Investition, die sich jetzt bezahlt machen wird. Jetzt wäre der Moment gekommen, den Triumpf gebührend zu feiern. Lieber Peter de Marchi ruf doch schon mal den Kalle an, damit ihr einen Termin für das grosse Interview abmachen könnt.

Und jetzt noch in Kürze: Wie konnte das passieren? Ganz einfach. Wir beharren einfach auf unseren Standpunkt. Am besten tun wir das medial breitflächig kund, ohne uns davor mit den Münchensteinern abgesprochen zu haben. Dann verhärten sich die Fronten. Bis man sich für ein gemeinsames Vorgehen entschliesst, hat man bereits vollendete Tatsachen geschaffen, dem Nachbar bleibt also nichts anderes übrig, als dem eigenen Standpunkt zu folgen. Irgendwann ist die Zweischulenlösung die einzig praktikable für den Kanton. Das besiegelt in Kürze wohl auch die BKSD. So wird das aber nicht im nächsten Arleser Jahrhundertbuch stehen.

Das hat übrigens Auswirkungen auf den Schulratswahlkampf (Yes, es gibt wieder einen!). Man kann sich nicht mehr dafür einsetzen, dass die Sek im Dorf bleibt.

Die Dorfliberalen (20 Follower bei Twitter) haben den Ex-Domdörfler Felix Gutzwiller zum Neujahrsapéro eingeladen. Da haben sie sich jetzt aber den beliebtesten aller Bundespolitiker geangelt. Der gute Mann kann ja auch nichts dafür, dass man sich mit Gesundheitspolitik die Finger zwangsläufig verbrennen muss. Wie viel wird er wohl trinken? Als Präventivmediziner muss er schliesslich die Spätfolgen eines Apéros im Voraus kalkulieren. Interessanterweise hat Gutzwiller seine Public-Health Studien in einem Land gemacht, das mitunter für das ineffizienteste Gesundheitssystem der (mindestens) westlichen Welt bekannt ist. Anyway, let’s give it a try. Am 7. Jänner ab 18.30 Uhr im Oggse z’ Arlese.

Jetzt könnte die CVP noch einen draufsetzen mit der Amacker, die neuerdings auch ganz revolutionäre Gedanken zum Gesundheitswesen in den Medien entsorgt.

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