Heute lesen wir in der besten aller… und bei Balz, dass die Vergabe der Abfallentsorgung an Saxer nicht Rechtens war. Das freut Herrn Baader, der sich an einer Gemeindeversammlung auch schon darüber beschwerte, dass nicht mehr die gewohnten Vogelsanger-Laster seinen Müll abtransportierten. Die Müll-Debatte hat eben auch lokalpatriotische Aspekte. Gerade weil Vogelsanger aus Arlese kommt und der Saxer eben nicht. Der Gemeinde ist im letzten Submissionsverfahrern ein Fehler unterlaufen, interessanterweise auch zwei anderen Gemeinden aus der Umgebung. Saxer hatte noch während des Verfahrens sein Angebot „nachgebessert“, was bei der Vergabe berücksichtigt wurde. Ein illegales Vorgehen. Das Fazit? Am Ende bekommts doch der Saxer. Und die Vogelsangerfreunde dürfen wieder über mafiöse Strukturen in der Gemeindepolitik und im Müllgeschäft ganz allgemein stänkern.

Und jetzt reiche ich noch die Kernfrage nach (Termine, Termine, was soll man machen). Wie schaffen es drei Gemeinden (Arlesheim, Reinach und Münchenstein) in einem Submissionsverfahren den gleichen Fehler zu begehen? An welche Regeln sie sich dabei zu halten haben, sollte den Damen und Herren Gemeinderäten doch bekannt sein. Oder täusche ich mich da? Die Geschichte ist noch nicht ausgestanden und ein gefundenes Fressen für die Geschäftsprüfungskommission. Ihren nächsten Bericht dürfen wir also gespannt erwarten.

Eine weitere Episode aus der niemals enden wollenden Unterhaltungskiste, in der in immer schnellerer Kadenz ein Nachfolger für Alan Müller gefunden werden soll. Der aktuellste Kandidat dürfte demnächst wieder weg vom Fenster sein. Er suche sich bereits eine andere Stelle, diesen Schritt soll ihm auch die Schulleitung nahegelegt haben. Das wird derzeit so hinter den Kulissen gemunkelt. Darum bitten wir nun alle potentiellen Kandidaten, schon mal ihr Dossier an die Schulleitung der Sek. Arlesheim zu adressieren. Und damit es uns auch in Zukunft nicht langweilig wird: Der durchschnittlichste, am durchschnittlichen Zuschauer näheste Kandidat muss gewinnen. Wir kennen das ja von verwandten Medienformaten. Der hat dann eine Halbwertszeit von optimistisch einem Jahr, dann kommt der nächste. Es soll ja nicht den Eindruck erwecken, als wären diese Castingopfer unantastbar. Zugänglich und fehlerhaft müssen sie sein, dann können sie auch nie das Original in den Schatten stellen. In fünf Jahren gibt es dann eine grosse Zusammenkunft im Dschungelkamp der verheizten Musiklehrer.

arlesheim

Ein blinder Fleck im Gemeinderanking (picswiss.ch)

Unschön, was gebaeude heute in der Weltwoche lesen musste, oder eben nicht gelesen hat. Im Standortranking der besten Schweizer Gemeinden tauchte Arlesheim nicht unter den ersten 150 auf. Dafür Pfeffingen, Therwil, Biel-Benken und Bottmingen. Von den aufgezählten Gemeinden hat Arlesheim bis auf Bottmingen sogar den niedrigeren Steuerfuss. In der Kategorie Wirtschaftsleistung dürften wir allenfalls hinter Bottmingen sein. Hey, wir haben sogar eine Fussgängerfreundliche Shoppingmeile, Schwimmbad, Dreifachturnhalle, Sekundarschule und so weiter. Über die Bewertungskriterien eines solchen Rankings lässt sich ja streiten. Spitzengemeinden wie Wollerau sind am Arsch der Welt und bieten ausser Südhang und tiefen Steuern nichts. Aber in Sachen Standortpolitik ist dieses Ranking schon ein heftiger Chläpper. Vielleicht stolperten die Verfasser der Studie über den astronomischen Kapitalsteuersatz, den die Gemeinde auf ihrer Homepage erst kürzlich korrigiert hat. Es sind wohl die kleinen Details, die eine Gemeinde ins Pfefferland der Rangliste schicken. Sehr schade. Solche Ranking, so umstritten sie auch sind, finden hohe Beachtung und dienen Leuten wie Herrn Schmidt als Kompass. Wir haben mehr zu bieten, blöd, dass das ausser uns niemand weiss.

Jetzt ist auch die Frischluft in den Wahlkampf eingestiegen. Es wird beinahe spannend. „Als Berufstätige Mutter hat sie ihr zur Verfügung stehende Zeit für die Sachpolitik eingesetzt und nicht um sich zu profilieren“, wird uns Frischluft-Schulratskandidatin Nathalie Miller Lanz im aktuellsten Wochenblatt schmackhaft gemacht. Eine Zeile weiter wird auch behauptet, dass es für einen erfolgreichen Wahlkampf keine Bekanntheit brauche. Darum schaltet die Frischluft unter ihrem Werbetext auch gleich ein nett designtes Inserat. Ähm. Sie sieht jedenfalls sympathisch aus darauf. In Münchenstein hat der SP-Kandidat auch frischer ausgesehen als der bürgerliche, wurde aber trotzdem nicht gewählt. Was jetzt nicht heissen soll, dass Markus Eigenmann… Neinnein, sind ja beide Kandidaten gleich Alt oder Jung. Ist ja auch kein Schönheitswettbewerb. Und mit solchen Bemerkungen begibt man sich sowieso aufs Glatteis, also lassen wir das.

Die Frischluft gibt  aber Vollstoff, jetzt mischt sie sich auch in die bürgerliche Standortförderungspolitik mit ein und offeriert CVP und FDP (und allen anderen natürlich auch) einen thematischen Dorfrundgang. Dabei lernt man zahlreiche bedeutende Unternehmensrepräsentanten aus dem Dorf kennen und kann ob eines Gratisapéros erfreuen. Am 31. Oktober um 10 Uhr trifft man sich bei der Würth.

Und läck!!! Einen Blog haben die jetzt auch, die von der Frischluft.

Da liegen sich die Bürgerlichen wieder einmal in den Haaren. Was ist gute Standortpolitik? Die FDP.die liberalen. (was für eine Zangengeburt von einem Claim) wollen, müssen, sollten in diesem Themenfeld die Platzhirsche sein. Darum stösst es ihnen sauer auf, dass erstens die CVP das Ressort auf Gemeindeebene verwaltet und zweitens welch niedere Priorität es hat. Das gipfelt darin, dass auf der Gemeindewebsite ein falscher neuerdings korrekter Kapitalsteuersatz angegeben wird wurde. Das ist unbestritten peinlich. Interessant ist, wie die CVP auf die Forderungen der FDP reagiert, wonach das Ressort zur Chefsache (Gemeindepräsidenten-Ämtli) gemacht werden muss. Das sei doch bereits so, sagt die CVP. Das Thema liege beim eigenen Gemeinderatsvertreter Martin Kohler bereits in kompetenten (Chef-) Händen. Nanu? Was soll die Klammerberkung? Ist das eine versteckte Andeutung der Creativ-Visionären auf künftigen Anspruch auf den Chefposten in der Gemeinde? Oder ist das jetzt zu weit hergeholt? Fürs Wahltheater ist es eigentlich noch zu früh, ist noch nicht mal Halbzeit. À propos, was wurde eigentlich aus Kohlers karitativer Initiative? Ihr wisst schon, die 4144-Käppis, mit denen ein Lehrstellenfonds gespiesen werden soll(te). Hat überhaupt jemand eines?

Was braucht die Schule oder was für einen Schulrat braucht die Schule? Beide Fragen sind untrennbar miteinander verbunden, seit der Schulrat die Instanz ist, welche über die Schulentwicklung zu wachen hat und selbige ihren Kompetenzen unterstellt ist. Darum geht es auch in der anstehenden Schulratsersatzwahl. Dabei zählt weniger, welchen parteipolitischen Lagern die beiden Kandidaten angehören, als welche Vorstellungen sie von ihrem künfitgen Ämtli haben. Das aber nur am Rande. Es geht primär nicht um Schulwege und Pauesenplatzäpfel. Vielmehr geht es hier um organisatorische Belange. Die Sekundarschule unterscheidet sich grundlegend kaum von allen anderen Sekundarschulen im Speckgürtel. Wohl aber von denen abseits der Agglomeration, deren Schulabgänger bessere Berufschancen haben. Das war auch schon vor 20 Jahren so, erzählte mir kürzlich jemand, der es wissen muss.

Woran kranken also Schulen wie die unsere? An ihrer Grösse vielleicht? Kleine Schulen haben einen besseren Überblick über die Leistungen ihrer Schüler. Damit grössere Organisationen diesen erlangen, bedarf es systematischer Datenerfassung und Auswertung. Damit sind regelmässige Evaluationen der Leistungen, nicht nur der Schüler, sondern auch der Lehrerschaft gemeint. Jede grössere private Organisation evaluiert ihr Personal periodisch, nur die Schule hinkt hinterher. Die Lehrer sträuben sich, mache sträuben sich schon nur ihre Schüler zu benoten und manche wollen eigentlich gar nicht mehr vor die Schüler stehen. Der Schulrat hätte es in der Hand neue Instrumente zur Messung der Qualität zu implementieren und deren Resultate transparent zu machen. Das wäre eigentlich wichtig und im freien Wettbewerb wohl schon lange der Fall.

Nur: Im Quasi-Monopol unserer Schule(n) scheint die Mentalität vorzuherrschen, dass eine öffentliche Einrichtung der Öffentlichkeit keine Rechenschaft schuldig ist. Daran krankt auch der Schulrat, dessen Funktionalität für die Öffentlichkeit kaum erkennbar ist. Mit mutigen Initiativen zur Qualitätsentwicklung an der Schule und einer transparenten Kommunikation über deren Resultate, würde nicht nur die Bedeutung der Behörde wachsen, sondern auch der Glaube an ihre Unabhängigkeit. Derzeit wird sie gerne als verlängerter Arm der Schulleitung wahrgenommen, obwohl sie dieser überstellt ist und macht mit juristischen Pannen Schlagzeilen. Am 29. 11. eröffnet sich vielleicht die Chance, das zu ändern.

Alan Müller muss man hier nicht mehr einführen, ebensowenig die Geschichte um seinen widersprüchlichen Rauswurf. Er versprach damals seiner (heute) Ex-Schülerschaft, beim geplanten Musicalprojetk dabei zu sein. Die Schulleitung hat aber etwas dagegen, dass Alan Müller sein Versprechen einlösen will und hat den verantwortlichen Klassenlehrern seine Mitwirkung untersagt. Das enttäuscht einerseits Alan Müller, der dafür einige Tage frei genommen hat und vor allem die SchülerInnen. Die machen jetzt auch kein Musical mehr. Das Projekt wurde zum Theater umtransformiert. Der Schulleitung wäre bestimmt kein Zacken aus der Krohne gefallen, hätte sie Müller sein Versprechen einhalten lassen. So kann man auch schlechte Stimmung machen.

Übrigens, bald ist Schulratersatzwahl. Die FDP.die Liberalen. portieren Markus Eigenmann, allseits bekannt als Co-Autor von Treffpunkt-Schule. Ich empfehle ihn weiter. Der ist als Geschäftsführer eines Basler Technologieunternehmens beruflich auch sehr beschäftigt, hat vier Kinder und hat dennoch genug Zeit für ein Schulratsmandat. Mehr zu diesen Themen und wie sie miteinander verknüpft sind  bald auf einem anderen Kanal.

Die Handyantenne bei der Brown-Boveri wird nicht gebaut. Diese Meldung ist eine eigentliche Sensation, aber eigentlich doch nicht, denn jahrelnang hatten Gemeinden und private Gegner der Strahlenstäbchen keine juristische Handhabe gegen das Gebaren der Mobilfunkbetreiber. Das Bundesgericht kantonale Bauinspektrorat hat nun aber einen richtungsweisenden Entscheid gefällt, der den Gemeinden bei Einsprachen neue Möglichkeiten eröffnet. Darum geht es: Die Antenne an der Brown-Boveri wurde verboten, weil die angrenzende Siedlung städtebaulich wertvoll und darum schützenswert ist. Eine Antenne würde hier das Gesamtbild verschandeln. Bei künftigen Einsprachen lohnt es sich also zu prüfen, ob die städtebauliche Umgebung unter Schutz gestellt werden kann oder sollte. So lässt sich steuern, wo Antennen gepflanzt werden dürfen und wo nicht, ein bisschen wenigstens.

Allerdings hätte diese Praxis, würde sie konsequent zur Anwendung gebracht werden, einen Haken. Was geschützt ist, darf nicht mehr verändert werden. Bauliche Entwicklungen werden so der Zukunft verbaut. Auch blöde. Darum wird das Argument schützenswert nur in ganz vereinzelten Fällen etwas nützen. Die Antenne wird nun vermutlich einfach ausserhalb des Sichtfelds der schützenswerten Siedlung gebaut werden. Deshalb ist diese Meldung eben doch keine Sensation, denn unter dem Strich werden trotzdem alle verstrahlt. Nur nicht so offensichtlich.

Die Münchensteiner fühlen sich deswegen übrigens verscheissert. Die bei der Gartenstadt geplante Antenne tangiert ebenfalls schützenswerte Bauten, vom Kanton amtlich bestätigt. Nur ist das dort dem Bauinspektorat Wurst. Jänudeso.

Davon gibt es bessere und weniger gute. Einen besseren hat Arlesheim, sagt das Statistische Amt Baselland. Die Quadratmeterpreise für die Perlen am Rebberg betragen bis zu 1566 Franken, kantonaler Spitzenwert. Auch der Durchschnittsbodenpreis ist in Arlesheim am höchsten. Münchenstein hingegen ist Bezirkszweittiefster, preistechnisch (558.-). Arlesheim verfolgt, willentlich oder eben nicht, eine lukrative Strategie. Alle „schlechten“ Steuerzahler werden durch „gute“ eingetauscht. Eine schleichende Segregationsbewegung hat im Kanton eigesetzt. Die reichen Gemeinden werden reicher und die Armen, eben nicht ärmer, aber relativ viel weniger reich. Wer bekommt also unseren Steuerzahlerabfall? Wer jetzt Münchenstein sagt, liegt eher daneben. Am billigsten ist der Boden in Schönenbuch, dass sich über neue Einwohner freuen wird.

Wir sollten uns schon mal überlegen, wohin mit all den vielen neuen Südhangsteuermillionen? Kulturzentrum, neues Stadion für den FC Arlesheim oder ein Hallenbad. Mehr zum Thema demnächst.

Erste Frage: Welcher privatwirtschaftliche Posten erlaubt es einer ehemaligen Schulratspräsidentin nicht, ihr politisches Nebenämtli weiterhin wahrzunehmen? Andere Schulräte besetzen auch Führungspositionen und dazu noch mehr politische Mandate. Viele Eltern freut Ramseyers Abgang vermutlich, aber er regtauch zu konspirativen Gedanke an.

Zweite Frage: Hat jemand für Christine „da Chef“ des Chill Cafés im Schwimmbad ein geeignetes, nicht zu grosses, aber auch nicht zu kleines und günstiges Winterlokal im Arleser Dorf zu vermieten oder weiss, ob eines frei wird? Die Gute will uns gerne auch im Winter mit gutem Kaffee und günstigen Mittagstellern verwöhnen.

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